Die EZB lockert zu Ungunsten der Sparer erneut die Geldpolitik – Aktien bieten eine Anlagealternative – Nebenwerte gehören zu den Outperformern.

Aktien sind mit einem Bärenmarkt in das Jahr 2016 gestartet. Zu Beginn des Jahres herrschte viel Unsicherheit durch die Turbulenzen im chinesischen Aktienmarkt und den Ölpreisverfall. Inzwischen konnte sich der DAX in den letzten Wochen wieder erholen und die Verluste seit Jahresbeginn wieder deutlich verringern. Viele Faktoren sprechen dabei nach wie vor für ein gutes Börsenjahr 2016.

Das Börsengeschehen hat inzwischen aber letztendlich sehr viel mit Geldpolitik zu tun. Niedrige Zinsen und billiges Zentralbankgeld geben robuste Rahmenbedingungen für den Aktienmarkt vor. Im Dezember kam es allerdings zu einer erwarteten Zinswende in den USA als erster Schritt für längerfristig höhere Zinsen. Dies ist als Signal für eine stabile amerikanische Wirtschaft zu sehen, auch wenn in den letzten Wochen wieder einmal eine übertriebene Angst vor einer Rezession zu spüren war. Historisch betrachtet blieb bei den letzten Zinsanhebungsphasen der Bullenmarkt der Aktien intakt. Erst nach einer ganzen Reihe von Zinsanhebungen hatte der Druck auf den US Markt zugenommen.
Dagegen geht die Geldpolitik nach der jüngsten Leitzinssenkung der EZB auf historische null Prozent weiter in die andere Richtung. In der Hoffnung auf höheres Wirtschaftswachstum und stärkere Preissteigerungen ist die Geldpolitik in Europa durch die Versorgung der Märkte mit billigem Geld nach wie vor sehr expansiv ausgerichtet. Aus Sicht der Privatanleger belasten die Niedrigzinsen die Sparer. Langfristig betrachtet lohnt sich daher eher eine Investition in Aktien.

Zu Jahresbeginn entwickelte sich der Aktienmarkt sehr volatil. Das Jahresgeschehen unterlag auch rückblickend in 2015 größeren Schwankungen. Dennoch konnte der DAX mit einem Plus von 10% das vierte Jahr in Folge positiv abschließen. Im April des letzten Jahres wurde trotz Euro-Krise und Konjunktursorgen sogar ein Rekordhoch erzielt. Etwas schwächer entwickelten sich dagegen der EuroStoxx 50, der japanische Nikkei oder der Dow Jones. Nicht gut lief es für Anleger in Schwellenländern. Der MSCI Emerging Markets Index verlor knapp 20%.

Wer in Deutschland gezielt auf Aktien wachstumsstarker mittelgroßer oder kleinerer Unternehmen oder auf boomende Branchen gesetzt hat, konnte den deutschen Aktienmarkt recht deutlich outperformen. 2015 hat wieder einmal gezeigt, dass man mit Werten aus der zweiten oder dritten Reihe im Schnitt besser fahren kann. So gewann der MDAX 23%, der SDAX 27% und der TecDAX sogar 33,5% in 2015. Der DAX hat seine Gewinne in den ersten Wochen 2016 wieder eingebüßt. Die Indizes der kleineren Werte stehen dagegen bezogen auf den Jahresbeginn 2015 nach wie vor im Plus.

Trotz der fortschreitenden EZB-Maßnahmen war die konjunkturelle Lage in Deutschland 2015 sehr solide. Das Bruttoinlandsprodukt war im Schnitt um 1,7% höher als 2014. Als Rückgrat für unsere Wirtschaft wird auch 2016 der private Konsum in Deutschland fungieren. Niedrige Sprit- und Energiepreise, eine Arbeitslosenquote von unter 7%, die so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr war, geringe Inflation und steigende Reallöhne, aber auch die Nullzinspolitik steigern die Konsumbereitschaft der Bevölkerung und schieben das Wachstum weiter an. Die Exportwirtschaft kann weiter vom schwachen Euro im Vergleich zum US Dollar profitieren und erreichte im Ablauf von 2015 ebenfalls Höchstwerte. Über Deutschland hinaus erholt sich auch die europäische Wirtschaft weiter und die Binnenkonjunktur in den USA ist ebenfalls positiv zu sehen.

Die Vorzeichen für das Börsenjahr 2016 stehen also im Allgemeinen recht gut. Dennoch bedeuten Chinas Wachstumsschwäche oder die Sorgen um eine schwächere Weltwirtschaft auch weiterhin Unruhe für die Börsen.

Die hohe Konsumbereitschaft, eine stabile heimische Wirtschaft, billiges Zentralbankgeld der EZB und letztendlich auch die Alternativlosigkeit bei Zinspapieren durch die niedrigen Leitzinsen sind allesamt gute Gründe, welche den Aktienmarkt auch 2016 weiter festigen sollten.

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